Immer wieder von liest man von Tierquälerei…

weil unsere Lust auf Fleisch ungebrochen ist und täglich Tiere für unseren Genuss sterben müssen. Jedes Jahr werden in den Schlachthöfen der EU rund 360 Millionen Schweine, Schafe, Ziegen und Rinder sowie mehrere Milliarden Stück Geflügel zur Fleischgewinnung geschlachtet. Es geht ja sogar so weit, dass man Tiere, die man nicht benötigt, einfach tötet, weil sie sich finanziell nicht rechnen. Das sind zum Beispiel europaweit beim Geflügel ca. 330 Millionen Eintagsküken. Es wird für die Fütterung der Tiere immens viel Wasser und Futter benötigt, während in den armen Ländern Menschen vor Hunger sterben. Rund 70 % der landwirtschaftlichen Anbauflächen weltweit werden für die Produktion von Tierfutter verwendet. Kleinbauern werden in etlichen Ländern von Konzernen von ihrem Land vertrieben, weil diese Unternehmen dort Tierfutter anbauen wollen (z. B. Soja).  Ich esse gern Fleisch, aber seit vielen Jahren aus diesen Gründen wenig und sehr bewusst.

Und so hat mich auch die Neugier in Bezug auf die vegane Küche gepackt. Doch mit Tofu und Co. konnte ich nichts anfangen, einzig Seitan fand ich geschmacklich akzeptabel. Durch einige Recherchen bin ich auf einen neuen Trend in der Veganen Küche gestoßen, der mich hoffen lässt, dass wir in neue geschmackliche Dimensionen vordringen können. Die Rede ist von Süsslupinen. Dieser neue Fleischersatz soll nicht nur ein reiner Fleischersatz sein, nein er soll auch danach schmecken. Auch in der Konsistenz sollen die Lupinenprodukte dem Original ziemlich ähnlich sein. Doch das Beste ist, dass Lupinen vom Boden her total anspruchslos sind. Außerdem reichern sie den Boden mit Stickstoff an, eine recht nützliche Eigenschaft und werden in der Landwirtschaft teils auch deshalb als Gründünger verwendet. Wenn Sie jetzt sehen wollen, wo diese Pflanze wächst, haben Sie es gar nicht weit: Sie wächst in Deutschland. Also für auch in der Schweiz lebende Menschen praktisch gleich um die Ecke.

Was man über Lupinen wissen sollte:

Es gibt sie in verschiedenen Sorten und nicht jede davon ist genießbar. Sie haben einen bitteren Geschmack. Durch ein spezielles Verfahren ist es dem Fraunhofer Institut gelungen, diese bitteren Geschmacksstoffe aus der Lupine zu komplett verschwinden zu lassen, die Forscher wurden dafür sogar mit dem Deutschen Zukunftspreis 2014 ausgezeichnet. Genießbare Lupinen sind weiße, blaue, gelbe und die aus Südamerika stammende Anden-Lupine. Lupinen sind eiweißreich, reich an Mineralstoffen und Ballaststoffe, außerdem fettarm. 

ACHTUNG: Allergiker mit einer Allergie auf Hülsenfrüchte müssen jedoch bei Lupinen aufpassen. Und laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Kreuzreaktionen mit Allergenen aus Sojabohnen, Erdnüssen, grünen Bohnen und Erbsen bekannt. Allergiker mit derartigen Allergien sollten also mit Lupinenprodukten sehr vorsichtig sein. Es ist durchaus möglich, dass die Häufigkeit von Allergien gegen Lupinenprodukte zunehmen wird, wenn es künftig mehr von solchen Produkten geben wird.

Als ich mit meiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau in Portugal zu Besuch war und wir ziemlich viel Zeit gemütlich am Strand verbrachten, sind mir die Lupinensamen zum ersten Mal begegnet, sie werden dort oft als Snack zum Bier gereicht. Diese Samen waren sehr lecker und machten echt satt. Aber man kann aber auch aus Lupinen Mehl oder sogar Milch herstellen, es gibt auch ein Eis aus Lupinen, also schon vieles, was das vegane Herz höher schlagen lässt.

Vegane Küche war noch nie so im Trend wie heute. Einer der Vorreiter war der Bestseller-Autor  Attila Hildmann. Er hat die vegane Küche revolutioniert und ist damit sehr erfolgreich.

Obwohl ich mit der veganen Küche schon vor Jahren in Berührung gekommen bin, konnte ich mich bis heute nie dazu durchringen, auf vegane Ernährung umzustellen. Ich habe viele vegane Rezepte probiert und vegane Restaurants besucht, doch das Geschmackserlebnis, das ich gesucht habe, nie gefunden. Tofu wird aus Sojabohnen hergestellt, die gentechnisch behandelt sind, wenn es sich nicht um Bioprodukte handelt. Meines Erachtens ist das ein Fleischersatz, der keinerlei Geschmack hat. Quorn ist ein weiterer Fleischersatz, der gut schmeckt,  wenn er richtig zubereitet wird, aber es fehlt immer noch das gewisse Etwas, damit ich sagen kann, das ist es. Seitan ist bis heute für mich das einzige Produkt, das mich überzeugt. Lupinen sind noch geschmackliches Neuland, aber die ersten Tests und Rezepte sind sehr viel versprechend. Eines dieser Lupinen-Rezepte möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Zutaten des Lupinen-Rezept für 4 Personen:

2 Alberts Bio Lupinen Filet

1 Fenchel

4 Karotten

200 g frische Erbsen oder Kefen

Tomatensauce

400 g Vollkorn-Penne

frische Petersilie

Olivenöl

getrocknete Tomaten

Salz und Pfeffer

Vorbereitung:

Karotten schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Den Fenchel waschen, vierteln und ebenfalls in Streifen scheiden. Die frischen Erbsen aus der Schale pulen. Lupinenschnitzel in kleine Würfel schneiden.

Zubereitung:

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Salz dazugeben und die Vollkorn-Penne darin al dente kochen. Kurz bevor die Vollkornteigwaren fertig gekocht sind, geben Sie die Erbsen, den Fenchel und Karotten mit dazu und lassen alles zusammen fertig kochen. Bringen Sie die Tomatensauce in einem anderen Topf langsam zum Kochen. Die Lupinen-Würfel in einer Pfanne mit etwas Olivenöl anbraten. Die Vollkornnudeln mit dem Gemüse abgießen und dann mit der Tomatensauce mischen. Zum Schluss die ebenfalls klein geschnittenen getrockneten Tomaten und die Lupinen-Würfel unterziehen, mit frischer Petersilie, Basilikum und Pfeffer würzen. Wenn Sie es etwas schärfer mögen, geben Sie ein wenig von einer frischen Chili mit dazu.

Lupinen-Rezept - Vollkorn Penne mit Lupinenschnitzel, Erbsen und Fenchel

Die Beigabe eines veganen Käseersatzes rundet dieses Gericht vollends ab.

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